Dienstag, 07.05.2019
2. Nachschreibtermin

Ein Hoch auf uns

Ein Hoch auf die erfolgreichen Absolventen der Abendhaupt- und der Abendrealschule im Wintersemester 2017/18

Nach durchschnittlich einem bzw. zwei Jahren Ausbildungszeit haben 28 junge Frauen und Männer am 26. Januar ein Stück Lebensweg erfolgreich gemeistert, indem sie Ihren Haupt- bzw. Realschulabschluss erreicht haben.

Im Konferenzsaal der Schule nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen und gingen – mit ihrem druckfrischen Zeugnis in der Hand einem neuen Lebensabschnitt entgegen. Die letzten mündlichen Prüfungen in den Fächern NAWI (Naturwissenschaften), HPB (Historisch-Politische Bildung) und AL (Arbeitslehre) wurden erst am Mittwoch beendet, die schriftlichen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch Mathe, wurden bereits vor Weihnachten geschrieben. Während einige Studierende den nächsthöheren Schulabschluss an den Abendschulen anstreben, wollen andere eine Berufsausbildung anfangen, die Pläne sind ganz unterschiedlich, ebenso wie die biografischen und familiären Umstände der Studierenden, die sowohl aus der Gegend um Marburg, aber oft auch aus Afrika oder Asien stammen. Wie immer bei der Verabschiedung, liefen auch einige Kinder der Studierenden die Gänge entlang, allerdings ging ein besonders mutiger kleiner Junge leer aus, als er sich nach vorne auf die Bühne wagte: Schulleiter Armin Bothur hatte leider kein Zeugnis für ihn.

Passend zu diesem bunten Gesamtbild sang Lehrer Andreas Dotzauer „I’m on my way“ von Phil Collins. Dass hinter jedem Einzelnen ein sehr persönlichen Weg liegt, der manchmal auch über Umwege zum Ziel führen kann, erläuterten Klaus Philippi und Dr. Doris Achenbach, die Tutoren der beiden H2-Klassen, in kurzen aber herzlichen Ansprachen: Einige Studierende mussten zunächst erstmal das deutsche Schulwesen an sich erfassen, unter diesen Umständen den Schulabschluss tatsächlich zu schaffen, und auch gut zu schaffen, ist eine tolle Leistung. Mit dem Gedicht „Sprache“ von Herrmann Hesse erinnerte Dr. Doris Achenbach daran, wie schwierig die Kommunikation sein kann, wenn sprachliche Mittel, erst erarbeitet werden müssen. Sie erinnerte daran, dass in den ersten Tagen der HD-Klassen, die überwiegend von Studierenden mit relativ jungem Migrationshintergrund besucht werden, „jede Stunde irgendwie auch eine Deutschstunde“ war – für einen passenden Unterricht haben sich die in den Sprachaufbau-Kursen eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer entsprechend fortgebildet. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass der erfolgreichste Abschluss an der Abendhauptschule von einer Studierenden, die erst seit wenigen Jahren in Deutschland lebt, erreicht wurde.

Auch für die übrigen Studierenden fällt der Abschluss, wie Schulleiter Armin Bothur ausführte, mit 2,9 nicht schlecht aus. Einige Studierende schafften den Abschluss auch auf der „Überholspur“, weil sie in höhere Semester eingestuft werden konnten.

Daher hatten die Absolventen auch gute Gründe, sich gebührend feiern zu lassen. Der Musikkurs bedachte diese Leistung mit „Ein Hoch auf uns“. Zum Schluss gab es noch eine Überraschung für Lehrerin Gaby Nagel, die von Christopher Hahnen, dem Jahrgangsbesten der Realschule, einen Blumenstrauß überreicht bekam. Aber auch die übrigen Lehrer bekamen von ihm einen herzlichen Dank ausgesprochen. Last but not least ging sein Dank auch an jene Helfer und Unterstützer, die im Schulalltag oft unsichtbar bleiben, aber dennoch wichtig sind: An die Großeltern, die – ebenso wie viele Eltern und Freunde – mit Unterstützung, Rat und Tat, oder einfach mit einem guten Stück Kuchen zur Seite standen und daran glaubten, dass die Schulzeit zum Erfolg führt.


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